Zehn Jahre lang hat sie geruht, die Bürgerinitiative gegen den Ausbau der A 52. Die Pläne für
die neue Trasse zwischen Frillendorf und Altenessen lagen auf Eis, bis die Bauplaner von
Bilfinger & Berger im Sommer 2001 ein neues Konzept vorlegten und die Gruppe "Stoppt die A 52"
aus dem Domröschenschlaf weckten.
Etwa 80 Bürger kamen am Dienstagabend zu einer Info-Veranstaltung in den Gemeindesaal der
evangelischen Kirche in Frillendorf, jeweils 50 Teilnehmer waren es zuvor in Stoppenberg und
Altenessen. Vor allem diese Frage eines Anwohners stand dabei im Raum: "Kann man das Projekt
noch stoppen?"
"Es ist noch rechtzeitig", meint zumindest Anwohner-Sprecher Dieter Zimek und kündigt an, mit
seiner Gruppe auf Volksfesten Flagge zu zeigen: "Beim Helenenpark-Fest wollen wir die geplante
Trasse durch den Park abstecken, um den Stoppenbergern deren Ausmaße vor Augen zu führen."
Zimek malt ein düsteres Bild von einem Essener Norden mit verlängerter A 52: Mindestens zehn
Jahre hätten die Anlieger unter einer Großbaustelle zu leiden. Viele Immobilien würden zwischen
20 und 30 Prozent an Wert verlieren, Enteignungen seien nicht auszuschließen. "Nach einem
Gutachten von 1992 würde die neue Straße von bis zu 100 000 Fahrzeugen täglich genutzt", so Zimek
weiter. Die Folge könne eine Verödung der Wohnviertel entlang der Autobahn-Trasse sein. "Auch an
der A 40 wohnt niemand mehr, der es sich leisten könnte, wegzuziehen."
Das Argument der Planer, große Teile der etwa 6,8 Kilometer langen Autobahn-Strecke würden
anwohnerfreundlich als Tunnel gebaut, will die Bürgerinitiative nicht gelten lassen:
"Bergmännisch gebaute Tunnel gibt es nur auf einer Strecke von weniger als einem Kilometer."
Nach der derzeitigen Planung von Bilfinger & Berger würden insgesamt 1,7 Kilometer Tunnel offen
gebaut.
Den Vorschlag der Planer, die neue A 52 durch Mautgebühren zufinanzieren, hält Dieter Zimek
für unrealistisch: "Kaum ein Pendler wäre bereit, bis zu 2,60 € für eine einfache Fahrt auf
dem kurzen Teilstück zu bezahlen." Außerdem müsste eine viel zu große Fläche für Kassenanlagen
eingeplant werden. Zimek bezeichnet diese Finanzierungs-Idee als einen Trick der Planer, die
A 52 wieder ins Gespräch und dann auf den Weg zu einem Planfeststellungsverfahren zu bringen.
 
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