Fragen von WAZ-Reporter Matthias Armborst |
Norbert Königshofen.
Der Essener Bundestagsabgeordnete ist verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion.
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Patrik Köbele.
Der Stoppenberger engagiert sich seit langem in der Gruppe "Stoppt die A 52" und ist einer
ihrer Sprecher. |
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Bitte vervollständigen Sie folgenden Satz: Der A52-Ausbau bedeutet für Essen... |
... und seine Bürger insgesamt einen wichtigen Schritt in Richtung weniger Verkehrschaos,
weniger Lärmbelästigung und eine bessere Verkehrsanbindung. |
... fünf bis zehn Jahre Baustelle mit Dreck, Lärm und Abgasen. Danach Abgase und Lärm von
bis zu 100.000 Autos täglich, kaum bis gar keine Entlastung der heutigen Problembereiche,
Verlust an Lebens- und Wohnqualität sowie an Grünflächen. Wer kann, wird aus den betroffenen
Gebieten flüchten. Altenessen, Stoppenberg und Frillendorf werden zerschnitten, denn nur
geringe Teile der Strecke sind als Tunnel geplant. |
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Kann die neue A 52 die Verkehrsprobleme am Knotenpunkt Essen-Ost lösen? |
Ja- und nicht nur diese Probleme. Die A 52 wird zu einer Entspannung des gesamten
innerstädtischen Verkehrs beitragen. Außerdem schafft sie den längst überfälligen Korridor
für den Ruhrgebiets-Durchgangsverkehr in Nord-Süd-Richtung und umgekehrt. |
Nein, sie wird sie eher verstärken. Die Ursache der Probleme ist die Fehlplanung der
Auffahrt in Frillendorf, die zu Rückstaus führt. Die A52 würde diesem Engpass nur noch
mehr Verkehr zuführen. |
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Wirtschaftsvertreter und viele Autofahrer wünschen sich eine verlängerte A 52,
Anwohner fürchten um ihre Lebensqualität. Wessen Interessen wiegen schwerer? |
Es geht nicht um eine Entscheidung zugunsten einer Interessengruppe. Man muss den
Zusammenhang sehen: Der A52-Weiterbau bringt den Menschen - vor allem im Bereich der B 224 -
aber auch im gesamten Ruhrgebiet mehr Vor- als Nachteile. Auch die Anwohner im Essener
Norden gehen nicht leer aus: Wo Belastungen drohen, wird die A 52 in Tunnel- oder in
Troglage geführt. |
Eigentlich müssten es die Interessen der Menschen, die hier leben sein, gerade, wenn
dauernd über Stadtflucht lamentiert wird. Wie so oft fürchte ich aber, dass die offizielle
Politik dem zwar mit Worten zustimmt, aber das Gegenteil tut. |
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Was halten Sie von der Idee, den Autobahn-Bau durch eine Maut-Gebühr zu finanzieren? |
Verkehrspolitik wird durch zwei Grundtatsachen bestimmt. Erstens: Zunahme des Verkehrs - egal,
ob man das gut findet oder nicht. Zweitens: Die chronisch angespannte Haushaltslage in Bund und
Land zwingt die Politik, nach zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten von Verkehrsinfrastruktur
zu suchen. Deshalb halte ich die Idee, den Autobahn-Bau privat zu finanzieren, grundsätzlich
für eine begrüßenswerte Idee. Zu entscheiden ist aber immer von Fall zu Fall. |
Ich bin mir sicher, dass dies ein Trick ist, um vorzugaukeln, dass der Ausbau finanzierbar
ist. Dadurch soll die A52 wieder realistisch erscheinen. Später wird man das fallen lassen - dann
muss der Steuerzahler blechen (schon vor zehn Jahren stand eine Summe von 375 Mio Euro im Raum).
Sollte die Maut-Gebühr tatsächlich kommen, würde das den Essener Bürgern wenig nützen:
Welcher Pkw-Fahrer kann schon zwischen 1,38 und 2,70 Euro pro Fahrt bezahlen? |
Gibt es Alternativen zum Ausbau-Projekt? |
In diesem Fall nicht. Grundsätzlich geht es aber darum, die verschiedenen Verkehrsträger
intelligent zu vernetzen. Zugespitzt formuliert:
Verkehrspolitische Probleme löst man nicht allein durch Autobahn-Neubauten. Umgekehrt ist
es aber unsinnig zu meinen, man wäre alle Probleme los, wenn man auf Autobahn-Neubauten
verzichtet. Leider gibt es hier keine einfachen Lösungen. |
Ja. Verstärkte Anstrengungen, um mehr Güterverkehr auf die Schiene zu
bringen und den quantitativen und qualitativen
Ausbau des Öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs,
der ja insbesonders in West-/Ost-Richtung völlig
unterentwickelt ist.
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