Worum geht es?
Ziel der Bürgerinitiative „Stoppt A 52“ ist es, den vorgesehenen Weiterbau der A 52
zwischen dem bisherigen Ende der A 52 in Essen-Frillendorf durch die Stadtteile
Frillendorf, Stoppenberg und Altenessen bis zum sogenannten Autobahnkreuz
Essen-Nord (A 42) zu verhindern.
Die Verwaltung der Stadt Essen äußerte sich in der Drucksache 373 (Ausschuß für
Stadtentwicklung und Stadtplanung) u.a. foIgendermaßen:
Die bisherige Planung des Rheinischen Autobahnamtes sieht eine Überbrückung der A 40
und der Bahnlinie vor. Danach verläuft die Trasse im Einschnitt bis hinter die
Frillendorfer Straße, daran anschließend i. w. in Hochlage, einer ehemaligen
Zechenbahn folgend. Im Helenenpark geht die Trasse in Tieflage über. Es ergeben
sich zum Teil erhebliche Geländeeinschnitte und hohe Dammböschungen.
Im Bereich Altenessen sind drei verschiedene Bauweisen vorgesehen:
- Offene Trogbauweisen zwischen Lierfeld- und Altenessener Straße und nördlich der
Vogelheimer Straße.
- Abgedeckelter Trog (Deckelbauweise) mit Wiederherstellung der Geländeoberfläche
zwischen Altenessener- und Vogelheimer Straße. Lediglich zwischen Altenessener- und lnselstraße
ist eine halbseitige Öffnung des Tunnels aus Gründen der Belüftung auf ca. 200 m vorgesehen.
- Bergmännische Bauweise auf ca. 260 m Länge etwa zwischen Schonnefeldstraße und
der ehemaligen Bahntrasse Vogelheim-Katernberg zum Erhalt der Siedlung Feldmannhof.
Eine nennenswerte Verlängerung der bergmännischen Bauweise nach Norden und/oder Süden scheidet
nach dem Gutachten des Erdbaulaboratoriums Essen, Prof. Dr.-Ing. Nendza und
Partner aus technischen Gründen aus. Zwischen A 40 und A 42 sind durchgehend
je 3 Fahrstreifen/ Richtung geplant (S. 25/26).
Nennenswerte Mehrbelastung (12-40%) mit steigender Verlärmung, Schadstoff- und
Lichtimmission (Stör- und Blendwirkungen durch Scheinwerferlicht) erfahren vor
allem die Zubringer(besonders Hövelstraße) und damit - soweit vorhanden - die
daran liegenden Wohngebiete sowie durch Verkehrsumlagerungen einzelne
Wohnstraßen.
Für das Untersuchungsgebiet (500 m beidseitig der A 52) gilt, daß aufgrund der Vielzahl
aller sich überlagernder Umweltauswirkungen durch die verkehrliche Zu- und
Abnahme eine generelle Entlastung der Umweltsituation beim Bau der Autobahn
nicht erzielt werden kann.
Eine ... hinausgehende Optimierung stellt die Tunnelung der gesamten Trasse der A 52 dar
... Die Verwaltung räumt dieser Lösung jedoch kaum Realisierungschancen ein, da
eine weitere Tunnelung die Kosten noch weiter erhöht (S. 37). Dies bestätigt
aktuell das Rheinische Autobahnbauamt (NRZ 20.07.96): „Ein Volltunnel, wie er
der SPD vorschwebt ist finanziell unmöglich!“.
Was will die Bürgerinitiative an Stelle der Autobahn?
Wir wollen den Autoverkehr nicht von der einen auf die andere Straße verlagern. Wir wollen
Voraussetzungen schaffen, um den Autoverkehr insgesamt zu verringern. Dieses
Vorgehen wird auch in den Gutachten zur A 52 als Alternative zum Autobahnbau
vorgeschlagen. Wir sind pro Bahn und Bus, pro FußgängerInnen und pro Rad.
Die BI gegen die A 52 tritt ein:
- für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der Fußwege und Radrouten.
- für die Prüfung, ob auf der stillgelegten Eisenbahnstrecke vom Stadthafen zur
Innenstadt (Kruppsche Werkbahn) eine Stadtbahn eingesetzt werden kann.
- für die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene und
Einführung einer Citylogistik.
- für die Verringerung des Autoverkehrsso weit möglich, damit Luft, Wohnqualität
und Klima verbessert werden, denn das Auto erzeugt mehr Schadstoffe wie z.B. C02 als
die Industrie
- für "Runde Tische" in den Stadtteilen. Dort sollen mit den AnwohnerInnen Ideen
gesammelt und umgesetzt werden zur Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs und der Situation der
FußgängerInnen und RadfahrerInnen.